
Ein Schritt von Dir
vom Tanztheater Erfurt
FOTO Monika Lawrence
CHOREOGRAFIE Ester Ambrosino
TANZ Greta Dato, Martin Angiuli
KOMPOSITION Michael Krause
MUSIK Fia Silena (Piano, Vocals, Loopstation), Hikari Yamagiwa (Violine), Eugen Mantu (Cello)
Zur Inszenierung:
Zu einer eigens arrangierten Komposition treten Tänzer:innen und Musiker:innen auf der Bühne in einen intensiven Kontakt. Das Einende – ein bewegender Dialog. Zwischen den Künsten öffnen sich Assoziationsräume, die aus Motiven von Nähe und Distanz gespeist werden.
Ein Spiel der Gegensätze – Nähe und Distanz bilden zwei Pole, zwischen denen sich das menschliche Dasein bewegt. Wir sehnen uns nach Nähe, nach Verbindung, nach einem tiefen Miteinander – doch zugleich brauchen wir Distanz, den Raum zur Reflexion, zur Selbstwerdung. In kaum einer anderen Kunst wie dem Tanz kann dieses Wechselspiel durch Bewegung eingefangen und ausgedrückt werden. Das Herankommen und Zurückweichen, das Streben nach Berührung und das bewusste Zurücktreten.
In der Choreographie können Momente der Intimität und zugleich der Sehnsucht entstehen. Der Tanz macht sichtbar, was in jeder menschlichen Beziehung spürbar ist – das unausweichliche Spiel von Nähe und Distanz.
Musik und Tanz werden sich auf der Bühne begegnen, in den Dialog gehen und das Wechselspiel über ihre Genregrenzen hinaustragen.
Über das Tanztheater Erfurt:
Der Tanztheater Erfurt e.V. wurde am 1. Februar 2007 gegründet und hat momentan rund 350 Mitglieder. Die künstlerische Leiterin ist Ester Ambrosino. Die Schaffung einer professionellen Plattform für Tanztheater, sowie einer Ausbildungsstätte mit tanzpädagogischen Angeboten für den Nachwuchs, bilden den Kern unserer Arbeit. Wir wollen in Thüringen das Verständnis für Tanz, Tanztheater und die verwandten Kunstformen generationsübergreifend fördern. Die Wertschätzung des Anderen und des Andersseins ist ein zentraler Wert unserer demokratischen Gesellschaft und damit grundlegender Gedanke all unserer künstlerischen und pädagogischen Arbeit. Tanz steht im Zentrum unserer Arbeit!
www.tanztheater-erfurt.de

Ausradiert
vom stellwerk junges Theater
FOTO Matthias Pick
VON UND MIT Ella Deußing, Marie-Louise Gans, Anna Lagaude, Ronja Naujoks, Clara Perschel, Alex Gorschkow
LIVE-ILLUSTRATION Anke Zapf
KÜNSTLERISCHE LEITUNG projekt-il
CHOREOGRAFIE Melanie Heyne
DRAMATURGIE Stefanie Heiner
BÜHNE projekt-il
KOSTÜM Sara Drasdo
SOUNDDESIGN Philipp Münnich
VIDEO Jannik Strohm
PRODUKTIONSASSISTENZ Alex Gorschkow, Elinor Marie Greyer
DRAMATURGIEASSISTENZ Victoria Kerl
TECHNISCHE EINRICHTUNG Philipp Münnich, Jannik Strohm, Agnes Weidenbach
Zur Inszenierung:
Über den Ausmaßen der nationalsozialistischen Eugenikverbrechen hing lange ein Mantel des Schweigens und auch heute noch sind die Einzelheiten dieses Kapitels deutscher Geschichte wenigen bekannt: Über Jahre wurden hunderttausende kranke, unangepasste, geistig oder körperlich beeinträchtigte Menschen systematisch zwangssterilisiert oder ermordet – ermöglicht und durchgeführt in Krankenhäusern, Heil- und Pflegeanstalten, Gesundheitsämtern und Heimen. Die Anerkennung der Opfer dieses Massenverbrechens als NS-Verfolgte wurde über Jahrzehnte verweigert, weswegen die Betroffenen auch als die ›vergessenen NS-Opfer‹ gelten.
Wir wollen uns erinnern! Gemeinsam mit einem Ensemble von jungen Erwachsenen hat das Theaterkollektiv projekt-il Lebenswege von Opfern dieser Zwangssterilisierung und NS-›Euthanasie‹ recherchiert sowie Tatorte und Täter benannt, um die Relevanz dieser teils vergessenen Geschichten in der Gegenwart zu zeigen und auf der Bühne sichtbar zu machen. Grundlage dafür bieten biografisches Material von Betroffenen sowie eine Graphic Novel der Künstlerin Anke Zapf. Mit eindrücklichen Bildprojektionen, die live gezeichnet werden, nähern sich die jungen Menschen in einer dokumentarischen Collage auf der Bühne des stellwerk respektvoll diesem wichtigen Thema an.
Über das stellwerk:
Das stellwerk ist ein freies Theater mit Spielstätte im Weimarer Hauptbahnhof. Seit der Gründung 1999 bietet es einen Raum für die aktive Partizipation an kultureller Gestaltung. Indem wir ernst nehmen, was junge Menschen umtreibt, und sie darin bestärken, ihren Gedanken und Ideen Ausdruck zu verleihen, bieten wir ein möglichst barrierefreies und diskriminierungssensibles Experimentierfeld für alle, die sich und das Theater erproben wollen. Unsere Ensembles bestehen aus nichtprofessionellen Spieler*innen zwischen 6 und 27 Jahren, die mit der Begleitung durch professionelle Theatermacher*innen auf der Bühne agieren. So schaffen wir es gemeinsam, qualitativ hochwertiges, zeitgenössisches und ästhetisch ansprechendes Theater mit und für junge Menschen umzusetzen und ihnen außerdem im Sinne der Selbstermächtigung die Chance zu geben, federführend Projekte mit selbstgewählten Themen zu entwickeln und zu realisieren. Besondere Qualität und Kernstück unseres Hauses ist der Spielplan, der sich aus Inszenierungen gestaltet, deren Ensembles ausschließlich aus jungen Menschen bestehen. Dabei ist der Blick der jungen Darsteller*innen auf die Inhalte und Formen zentral für die Erarbeitung der Inszenierungen. Im Sinne der ästhetischen Forschung geht es uns dabei um eine diverse Auseinandersetzung mit der jeweiligen Stückvorlage oder einem Thema aus künstlerischer, wissenschaftlicher sowie persönlicher Perspektive. Das stellwerk wird so zum Möglichkeitsraum – hier können sich unsere Mitglieder ausprobieren und Erfahrungen sammeln.

ArbeitKrise
von KrisenSpiel, Freie Bühne Jena
FOTO André Helbing
REGIE Martin Zinnow
STÜCKENTWICKLUNG Ensemble
Zur Inszenierung:
Erst die Arbeit, dann das Vergnügen! Oder geht das auch ganz anders? Und wer ist überhaupt diese Work-Life-Balance? Bestimmt die Arbeit über dich, oder du über deine Arbeit? Was arbeitet in dir, wenn du frei hast, wer arbeitet für dich, wofür arbeitest du? Und stell dir vor, die Arbeitsmaschinerie geht kaputt… Du willst wissen, wie ist es, ein Arbeitsschwein am Schlachthof zu sein?
Dann komm zu unserer kurios-kritischen Theaterbegegnung. Wir lösen die Arbeitsblockade, schlagen der Effizienz ein Schnäppchen und machen deine und unsere Arbeit zum Thema. Wir kommen mit Arbeit und Krise ins Spiel, denn in jeder Krise steckt auch eine Chance. Freue dich auf einen Abend voller Überraschungen!
Über die Theatergruppe KrisenSpiel:
Wir sind kreativ, bunt und neugierig.
Wir sind ganz unterschiedliche Menschen und machen gemeinsam Theater.
Unsere Gruppe bietet einen geschützten Rahmen, darin probieren wir uns in neuen Rollen aus. Wir arbeiten tolerant, strukturiert und achtsam miteinander. Und wir entscheiden individuell sowie als Gruppe, was wir wie tun.
Wir sind eine Gruppe der Freien Bühne Jena und mit Jena und dem Kulturschlachthof verbunden.
Theater machen belebt und verändert uns. In unseren selbstentwickelten Theaterproduktionen verbinden wir gesellschaftliche und persönliche Themen: wir verwandeln Krisen ins Spiel und binden das Publikum aktiv ein.
Wir erschaffen Spielwiesen, regen zum Nachdenken an, träumen Utopien und laden ein, aktiv zu sein.
Über die Freien Bühne Jena:
Die Freie Bühne Jena stützt ihre Arbeit im Wesentlichen auf drei Säulen:
Stärkung der freien Theatergruppen in Jena – Wir verstehen uns als Vertretung freier Theatergruppen und wollen eine langfristige Infra- und Netzwerkstruktur der freien Theater- und Kulturarbeit in Jena bewirken.
Kreative Theater- und Kulturprojektarbeit – Innerhalb des Vereins existieren vielzählige selbstverwaltete Theatergruppen und Kulturprojekte. Hinzu kommen freie Kunst- und Kulturschaffende aus Jena und Umgebung.
Kulturpädagogische Kooperationen – Wir veranstalten zusammen mit Initiativen, Vereinen und Bildungseinrichtungen theaterpädagogische Angebote wie Ferienfreizeiten, TheaterAGs oder Workshops.
www.freie-buehne-jena.de

Auf die Kiste fertig los
vom Figurenkombinat
FOTOS Franzika Kurz, Esther Falk
SPIEL & AUSSTATTUNG Kora Tscherning
REGIE Esther Falk
MUSIK Sebastian Putz
Zur Inszenierung:
Da ist eine, die wartet auf eine Kiste. Sie wartet lang und sie wartet doll. Man könnte auch sagen: Sie wartet sehnlichst auf die Kiste. Das ist nicht verwunderlich, denn es ist eine Kiste voll Glück.
Dingdong!
Endlich ist die Kiste da. Jetzt heißt es auspacken und das Glück finden. Auf die Kiste, fertig, los!
Raschelraschel. Nanu?
Anscheinend muss man nach dem Glück suchen. Selbst, wenn es in einer Kiste kommt. Das Glück ist eingewickelt in Papier. Beschützt von minikleinen superstarken ultravielen Verpackungsflips. Und Umwickel-Schnüren. Und Knüllpapier.
Herauszerr, auspack, rupf. Ooooooh!
Und? Wie sieht es aus, das Glück?
Überraschung!
Die Inszenierung geht dem Thema „Glück“ mit wenig Worten und viel Forscherdrang auf den Grund. Anknüpfend an elementare Spielhandlungen von Kindern entsteht eine integrative Geschichte zum Thema Glück, die auch über Kulturgrenzen hinweg verständlich ist.
Zum Figurenkombinat:
Wir sind ein professionelles Ensemble, das seit 2011 Figuren- und Objekttheater für drinnen und draußen, für Kinder und Erwachsene, für Festivals und Theater produziert.
Unser Team besteht aus Regisseur:innen, Dramaturg:innen, Figurenspieler:innen und Figurenbauer:innen, die sich für Projekte in unterschiedlichen Konstellationen zusammenfinden.
FIGURENKOMBINAT steht für eine poetische, bildreiche Ästhetik, die dem Publikum Assoziations(frei-)räume bereitstellt, in denen es sich nicht allein gelassen fühlt.
Neben unserer Liebe zu sich verwandelnden Bildern im Theater prägt uns die Beziehung zu unseren Zuschauer:innen. Wir nehmen Impulse auf – und das nicht nur im Straßentheater. Mit Kooperationspartnern wie der Schaubude Berlin und dem FITZ! Stuttgart an unserer Seite entstehen Produktionen, die unter anderem auf nationalen und internationalen Festivals zu sehen sind.

Zähne
von Johanna Junghans & Ensemble
FOTO Lucia Brockhaus
REGIE Johanna Junghans
SPIEL Nele Hoffmann, Hannah Rathje, Ben Quick, Fidel Rott, Manja Köhmstedt, Johanna Junghans
TEXT Lucia Brockhaus
Zur Inszenierung:
Auf der Bühne befindet sich eine Badewanne. Fünf Menschen, in weiß gekleidet, uniform und sauber, putzen sich die Zähne. Eine weitere Person ist da, die sich durch Farbe und Tanz von den anderen abgrenzt. Langsam entspannt sich ein Stück, das mit lyrischen Sprachbildern und surrealen Geschehen Fragen aufwirft, stehen lässt, verformt und neu zusammensetzt. Warum zerstört der Mensch fortwährend seine eigene Lebensgrundlage und damit letztlich sich selber und seine Mitmenschen? Gibt es eine unzensierte, wilde Instanz in uns, die lebensbejahend ist und das verhindern kann? Oder ist das, was in uns schlummert gefährlich, muss gebändigt, ja
vielleicht sogar getötet werden? In drei Szenen wird eine zeitlose Welt skizziert, die zwischen Realität und Absurdität schwankt. Das Geschehen entfaltet sich in Dialogen und Monologen, begleitet von rhythmischen
Bewegungssequenzen und den fortwährend auftauchenden Zahnbürsten. Die uniforme Masse aus weiß entwickelt sich Stück für Stück zu eigenen Charakteren, die aus unterschiedlichen Perspektiven auf das Geschehen blicken.
Über das Ensemble:
Rein aus Freude und Lust an einem Theaterprojekt fanden sich auf Initiative von Johanna Junghans 7 junge Menschen zusammen, um in einem einwöchigen Prozess das Theaterstück Zähne zu inszenieren. Das Ensemble vereint unterschiedlichste Bühnenerfahrungen. Nele Hoffman, Hannah Rathje, Ben Quick und Lucia Brockhaus haben langjährige Erfahrung im Amateur- und semiprofessionellen Theater und studieren oder arbeiten sonst in Bereichen fern der Bühne. Die anderen Drei arbeiten professionell auf der Bühne: Fidel Rott und Manja Köhmstedt studier(t)en zeitgenössischen Zirkus, Johanna Junghans zeitgenössischen Tanz
Die Bremer Stadtmusikanten
vom Südthüringer Amateurtheater Obermaßfeld
Zur Inszenierung:
In einer alten Mühle lebt der Esel Jakob. Viele Jahre hat er dem Müller treu gedient. Doch weil er nun die schweren Getreidesäcke nicht mehr tragen kann, jagt ihn der Müller davon.
Der heimatlose Esel trifft auf seinem Weg den Wachhund Bello. Auch er ist alt und schwach und taugt nicht mehr für die Jagd oder zum Schutz vor Dieben. Froh, nicht mehr allein zu sein, ziehen die beiden weiter. Sie wollen nach Bremen, um dort Stadtmusikanten zu werden.
Bald darauf begegnet ihnen der Kater Felix, der wegen seines Alters keine Mäuse mehr fangen kann. Auch ihn haben seine Herren vom Hof gejagt. Felix schließt sich den beiden an und sie ziehen weiter Richtung Bremen. Da kommt ein aufgescheuchter Hahn geflogen, der gerade noch dem Suppentopf entflohen ist. Sie nennen ihn Hahn Fridolin und ziehen nun zu viert weiter.
In einem dunklen Wald machen die vier Freunde Rast und entdecken ein Räuberhaus. Die drei gefährlichen Räuber zechen gerade und breiten die von den Bremer Bürgern erbeuteten Schätze aus. Esel, Hund, Kater und Hahn überlegen, wie sie die Räuberbande vertreiben können, um selbst in das gemütliche Quartier einzuziehen. Mit viel Geschrei stürmen sie durchs Fenster, so dass die Räuber vor Angst davonlaufen. Nun können sie essen und trinken bis sie müde werden und einschlafen. Die Räuber erkunden, ob die Luft rein ist. Die vier bemerken es und fallen über sie her kratzen, beißen und schlagen sie. Schreiend rennen die Räuber davon. Gemeinsam sind wir stark erkennen die vier Freunde. Nun wollen sie den Bremer Bürgern ihren Besitz zurückgeben und Stadtmusikanten werden. Mit großer Freude und Dankbarkeit werden die vier Tiere von den Bremern aufgenommen und bekommen sogar ein Denkmal gesetzt.
Zum Südthüringer Amateurtheater Obermaßfeld:
Der Südthüringer Verein hat sich im Oktober 2012 gegründet. Seine Wurzeln hat er im Historienspiel „Der Überfall der Meininger“, welches anlässlich der 1175-Jahrfeier der Gemeinde Obermaßfeld-Grimmenthal zur Aufführung kam. Der Verein möchte sich weiterhin historischen und regionalen Themen widmen und insbesondere Historienspiele aufführen.
Er hat sich der Förderung von Volksbildung, Kunst und Heimatpflege sowie der Jugendarbeit im Raum Südthüringen und darüber hinaus verschrieben. Durch die Einbeziehung von Jugendlichen in die Organisation und Aufführung soll die soziale Integration der Jugendlichen gefördert werden.